Politik jenseits von Wirtschaftswachstum

Eine Synthese von Gründen und Strategien für die Politik, um die Abhängigkeit vom Wirtschaftswachstum zu überwinden

Wirtschaftswachstum spielt im Politikprozess eine entscheidende Rolle. Zwar wird Wirtschaftswachstum entgegen der weit verbreiteten Meinung in der Politik nicht als Selbstzweck gesehen. Jedoch scheint es für die Stabilisierung wesentlicher gesellschaftlicher Institutionen eine notwendige Bedingung zu sein. Das wird zunehmend zu einem wirtschaftspolitischen Problem. Zum einen nehmen die Wachstumsraten in den industrialisierten Ökonomien zunehmend ab. Außerdem wird zunehmend deutlich, dass die sozialen und ökologischen Folgekosten von Wirtschaftswachstum sogar höher sind, als der dadurch erzeugte Mehrwert. Zusätzlich stellt sich die Frage, inwieweit die Lösung gesellschaftlicher Probleme wie der Klimawandel nicht auch mit einer Verringerung der ökonomischen Aktivität einhergehen muss.

Damit rückt die Frage nach den Wachstumszwängen in den Mittelpunkt. Wachstumszwänge verhindern, dass sich Politik an sozialen und ökologischen Indikatoren ausrichtet. Das Projekt zielt darauf ab, eine Synthese bestehender Wachstumszwänge zu liefern. Obwohl bereits mehrere Instrumente zur Verringerung der Wachstumszwänge entwickelt wurden, bleibt ihre konkrete Ausformulierung diffus. Ihr Nutzen für eine Re-Orientierung des Handelns von politischen EntscheidungsträgerInnen und Interessengruppen ist damit begrenzt. Was fehlt, ist eine konsistente Synthese. Unser Projekt zielt darauf ab, durch eine solche wissenschaftliche Synthese gepaart mit zielgerichteter Kommunikation Bewusstsein für Politik jenseits von Wachstum auf EU-Ebene zu schaffen. Auf diese Weise wollen wir den Weg für eine starke Umweltpolitik ebnen.
Konkret werden im Projekt:
a) Politikvorschläge entwickelt, die dem Problem der Wachstumszwänge begegnen (Post-Wachstumspolitiken) und mit der neu gewonnenen Freiheit in der Lage sind zu nachhaltigen Konsummustern beizutragen (Suffizienzpolitiken).
b) Kokreative Policy-Labs und Workshops mit Mitgliedern der EU-Politik (Kommission, Parlament, Zivilgesellschaft) durchgeführt, um für das Thema und die Politiken zu sensibilisieren
c) Eine Website erstellt, auf der diese Politiken und Argumentationsstrategien für die EntscheidungsträgerInnen und die europäische Zivilgesellschaft verfügbar gemacht werden.
d) Ein Netzwerk an Akteuren aufgebaut, das die Potentiale und Möglichkeiten von sozial-ökologischen Indikatoren in der Wirtschaftspolitik untersucht.

Assoziierte Publikationen

Assoziierte Themen

AnsprechpartnerIn

Laufzeit

01.07.2018 - 30.06.2020

Auftraggeber

Projektpartner

Projektteam

Jonathan Barth
Strategischer Berater und Kommunikation, Projektkoordination
Dr. Christoph Gran
Finanzkoordination, Post Doc
Jakob Hafele
Strategie- und Organisationsentwicklung
Oliver Richters
Doktorand, Universität Oldenburg
Tabea Waltenberg
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Maria Brück
Wissenschaftliche Assistentin
Bruno Santiago
Wissenschaftlicher Assistent
Annalena Laurich
Praktikantin
Raphael Kaufmann
Praktikant

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