Effizienzkonsum

Produktivitätssteigerung als Beschreibungsrahmen bestimmter Konsum-Entscheidungen

Als Beitrag zur Debatte um mögliche Wachstumszwänge diskutiert dieser Artikel folgende These: Unternehmen und Konsumenten kaufen beide zahlreiche Güter, die sie effizienter machen. Dies erzeugt positive Rückkopplungen, die man als Wachstumszwang interpretieren kann. Für Unternehmen wird Effizienzsteigerung seit langem als Investitionsmotiv akzeptiert, aber weder Mikroökonomik noch Konsumsoziologie diskutieren sie auch nur als Konsummotiv.

Nach einigen Begriffsbestimmungen wird „Effizienzkonsum“ als Maßnahme der Einkommenssicherung theoretisch begründet. Freiwillig ist Effizienzkonsum nur für Vorreiter: Innovative Konsumgüter werden über soziale Diffusionsprozesse von einer willkommenen Erweiterung des Möglichkeitenraumes zu einem sozialen Imperativ, dessen Nichtbefolgung zunehmend auch ökonomische Nachteile hat. Verschiedene Rückkopplungsmechanismen sorgen dafür, dass Effizienzkonsum nicht nur das Privatleben beschleunigt, sondern langfristig auch immer effizientere Industrie- und Handelsstrukturen begünstigt. Möglicherweise ist mittlerweile sogar Statuskonsum von Effizienzüberlegungen beeinflusst.

Mikroökonomik und Konsumsoziologie haben diese Phänomene bislang kaum wahrgenommen. Denkbare Ursachen sind eine „Disziplinenlücke“ aufgrund akademischer Arbeitsteilung, unterschiedlicher Sprachgebrauch für Unternehmen und Konsumenten sowie Effekte des Arbeits- und Sozialrechts.

Ein alternatives Theoriemodell des Konsums könnte die Asymmetrie zwischen Unternehmen und Konsumenten abmildern. In Anlehnung an die „Charakteristika“ der Konsumtheorie von Kelvin Lancaster werden Funktionen des Konsums definiert, welche sich bei Unternehmen und Konsumenten gleichermaßen finden lassen.

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01.01.2017

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Diskussionspapier

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ISSN 2366-7753

Veröffentlicht in

VÖÖ Discussion Papers

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