Politikpfade zu 1.5-Grad-Lebensstilen

Mit jedem Tag nähert sich die Welt dem 1,5-Grad-Klimaziel. Bei einem “weiter-wie-bisher-Szenario” nach der Erholung der Pandemie wird das globale 1,5-Grad-CO2-Budget noch vor 2030 erschöpft sein. Der derzeitige durchschnittliche Pro-Kopf-CO2-Fußabdruck der EU von 8,2 t CO2eq liegt weit über dem Niveau, das erforderlich ist, um das verbleibende CO2-Budget einzuhalten. Um den notwendigen schnellen Übergang zu erreichen, ist es unabdingbar, dass die Europäische Union Politikmaßnahmen vorgibt, die über inkrementelle Effizienzverbesserungen hinausgehen und tiefgreifendere Transformationen in die Wege leiten.  Ein wesentlicher Teil dieser Transformation ist die Änderung der vorherrschenden Lebensstile und Konsummuster, um die konsumbezogenen Pro-Kopf-Emissionen bis 2030 auf 2,5 t CO2eq und bis 2050 auf 0,7 t CO2eq zu senken, die für das Erreichen des 1,5-Grad-Ziels erforderlich sind. Für eine solche Transformation ist gerade jetzt die richtige Zeit: Die Erholung von der COVID-19-Pandemie und der wachsende Wille zu ehrgeizigen Klimaschutzmaßnahmen schaffen einen einzigartige Gelegenheit für eine systemische Veränderung unserer Lebensweise.

“It’s not that…policies [in the current 2030 outlook] are necessarily failing but they may not be addressing the core issues of deep unsustainability, and so the message is that systemic change is needed.”

Dr. Hans Bruyninckx (Exekutivdirektor der Europäischen Umweltagentur) während des Kick-off Workshops des ZOE Projekt “Policy Pathways towards 1.5-Degree Lifestyles”

 

Wie der Europäische Grüne Deal zeigt, sind EU-Entscheidungsträger*innen bereit, die Politik zu verändern, um sie mit den Klimazielen in Einklang zu bringen. Von der “Farm to Fork”-Initiative über die Renovierungswelle bis hin zur neuen Verbraucheragenda – die politische Agenda der Europäischen Union ist reich an Möglichkeiten, politische Maßnahmen einzuführen und zu stärken, die nachhaltige Lebensstile fördern und ermöglichen und gleichzeitig Wohlbefinden, Gesundheit und sozialen Zusammenhalt verbessern.

Zusammenarbeit zwischen ZOE und politischen Entscheidungsträgern

Das 1,5-Grad-Lebensstile-Projekt am ZOE zielt darauf ab, verhaltensbezogene und systemische infrastrukturelle Veränderungen in die Politikgestaltung zu integrieren. Das Projekt bringt wegweisende politische Entscheidungsträger*innen mit dem gemeinsamen Ziel eines klimaneutralen Europas zusammen. Der primäre Fokus liegt auf der Stärkung der Politik in Bereichen mit hohem CO2-Verbrauch wie Mobilität, Ernährung und Wohnen. ZOE unterstützt politische Entscheidungsträger*innen dabei, die Lücken zwischen den europäischen Klimazielen und der aktuellen lebensstilbezogenen Politik zu identifizieren. Durch die Veröffentlichung von Policy Briefs und die Organisation von Policy Labs und Workshops werden gemeinsam Wege entwickelt, wie diese Lücken in der Politik geschlossen werden können. In diesem Zusammenhang legt das Projekt besonderes Augenmerk darauf, den Wandel der Lebensstile so zu gestalten, dass ein höheres Maß an Gerechtigkeit und Fairness für eine breitere Akzeptanz und öffentliche Unterstützung gewährleistet ist. Durch die Verbindung von politischen Entscheidungsträgern aus verschiedenen Politikbereichen mit relevanten Stakeholdern und Experten für wissenschaftsbasierte Emissionen will das Projekt Raum für die Entwicklung neuer und umfassender politischer Szenarien und Strategien schaffen. Mittels co-creativer Methoden fördern die Policy Labs den Erfahrungs- und Informationsaustausch und bestärken Entscheidungsträger*innen in ihrer Selbstwirksamkeit.

Möchten Sie mehr über die Kernaussagen des Projekts erfahren? Werfen Sie einen Blick in die Concept note.

Assoziierte Publikationen

Auftraggeber

Projektpartner

Projektteam

Dr. Christoph Gran
Partner, Post Doc
Coline Lavorel
Senior Consultant
Dr. Sylvia Lorek
Senior Consultant
Lydia Korinek
Junior Consultant
Sophia Tomany
Wissenschaftliche Hilfskraft
Jonathan Barth
Geschäftsführer