Für ein florierendes Europa jenseits des Wirtschaftswachstums

Einbindung der Doughnut-Ökonomie in den Europäischen Green Deal

Angesichts der COVID-19-Pandemie steht Europa vor der Herausforderung, ein Gleichgewicht zwischen dem sozialen Schutz seiner Bürger und der Stabilisierung der Wirtschaft herzustellen und gleichzeitig die Umweltzerstörung zu verhindern und die Auswirkungen des Klimawandels abzumildern. Die politische Führung und die EU-Politik müssen sich auf eine Zukunft nach dem Wachstum vorbereiten und die makroökonomische Stabilität neu definieren, um das Wirtschaftswachstum als politisches Ziel durch ein Entwicklungsparadigma zu ersetzen, das auf Gerechtigkeit und Wohlstand innerhalb der planetarischen Grenzen beruht. In diesem Modell sollten die miteinander verknüpften Bereiche der Wirtschafts-, Umwelt- und Sozialpolitik kohärent sein und gleiches Gewicht haben.

Aufbauend auf ihren Erfahrungen bei der Untersuchung, wie Resilienz und Wohlbefinden in den Aufschwung einbezogen werden können, zielt ZOE darauf ab, die europäische Wirtschaftspolitik auf ökologische Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und Wohlbefinden auszurichten und das BIP als politisches Ziel zu ersetzen.

Dieses Projekt zielt darauf ab, transformative Postwachstums- und gerechte Übergangspolitiken für einen systemischen wirtschaftlichen Wandel in konkrete politische Maßnahmen auf EU-Ebene zu übersetzen.

Die europäische Vision 2050 für ein “gutes Leben innerhalb der planetarischen Grenzen” steht bereits im Einklang mit diesen Zielen und stützt sich auf Konzepte wie “Klimaneutralität”, “regenerative Wirtschaft”, “Messung der Wirtschaftsleistung über das BIP hinaus” und “Nutzung des Wohlbefindens als Kompass für die Politik”. Die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, erkannte außerdem an, dass “wir einen systemischen Ansatz verfolgen müssen, um das Potenzial des Europäischen Grünen Deals und der EU der nächsten Generation voll auszuschöpfen und das Europa aufzubauen, in dem wir alle leben wollen”. In diesem Sinne haben wir den Europäischen Green Deal (EGD) als einen politischen Prozess identifiziert, in den wir diese Ideale einbetten können, um diesen systemischen Wandel in Europa zu vollziehen.

Der EGD wird als eine Win-Win-Win-Situation für die Menschen, den Planeten und den wirtschaftlichen Wohlstand dargestellt. Er soll das soziale Wohlergehen verbessern und gleichzeitig Europa zur Klimaneutralität führen und unseren natürlichen Lebensraum schützen. Ein Manko des EGD ist jedoch, dass er sich weitgehend auf die Umweltseite des Wandels konzentriert und dabei zwei große blinde Flecken aufweist: Er definiert weder den Begriff “niemanden zurücklassen”, noch sieht er eine Möglichkeit vor, die Fortschritte bei der Verwirklichung zu überwachen. In der Mitteilung über den Europäischen Green Deal kündigte die Europäische Kommission an, dass sie ein Dashboard einführen wird, um die Fortschritte im Hinblick auf die Ziele des EGD zu überwachen. Armaturenbretter für bestehende politische Prozesse in der EU sind nicht in der Lage, Kohärenz zu gewährleisten und einen übergreifenden Weg zur Erreichung eines transformativen Wandels zu bieten. Die größte Herausforderung für das EGD-Dashboard wird darin bestehen, die verschiedenen Strategien und Politikbereiche kohärent zu integrieren, um ihre Beiträge zum EGD mit einer konsistenten und ansprechenden Darstellung hervorzuheben.

Um diese Herausforderungen zu bewältigen, schlagen wir vor, den Rahmen der Doughnut-Ökonomie zu integrieren, der die grundlegenden Begriffe der ökologischen Obergrenze, die zeigt, wo wir die planetarischen Grenzen überschreiten, und der sozialen Grundlage, die zeigt, wo wir bei der Befriedigung sozialer Bedürfnisse versagen, zusammenbringt. Als solches kann es einen umfassenden Rahmen für die Überwachung der ökologischen und sozialen Auswirkungen der politischen Maßnahmen im Rahmen der EGD bieten.

Um die EGD-Überwachungsstrategie zu entwerfen und den Doughnut zu integrieren, wird das ZOE ko-kreative Workshops veranstalten, in denen unsere Experten mit politischen Entscheidungsträgern der Europäischen Kommission zusammenarbeiten werden, um die Bedürfnisse und Ängste der politischen Entscheidungsträger zu ermitteln. In diesen Prozess fließen das Wissen der politischen Entscheidungsträger und die politischen Diskussionen innerhalb der EU sowie die Empfehlungen von ZOE für starke und nützliche Fortschrittsmarker ein.

Aufbauend auf den Erkenntnissen aus dem Workshop wird das ZOE in Kürze einen Bericht über die Integration des Doughnut in das Monitoring der EGD veröffentlichen, der eine Reihe von Indikatoren enthält, die vom ZOE-Projektteam sorgfältig nach ihrer Eignung zur Messung des Fortschritts in Bezug auf ökologische, soziale und wirtschaftliche Ziele ausgewählt wurden. Diese Indikatoren sind bereichsübergreifend, mit aktuellen EU-Daten messbar und so einfach, dass sie von der Öffentlichkeit im Sinne der Transparenz verstanden werden können.

 

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Auftraggeber

Projektteam

Christiny Miller
Junior Consultant
Coline Lavorel
Outreach and network Lead
Jonathan Barth
Mitgründer und Politischer Direktor