Der Index für wirtschaftliche Resilienz
Der Index für wirtschaftliche Resilienz prüft die Fähigkeit der EU-Volkswirtschaften, in Zeiten des Wandels zu prosperieren
Die dramatischen Auswirkungen der jüngsten und immer häufiger werdenden Krisen auf Gesellschaft und Wirtschaft haben die Bedeutung der wirtschaftlichen Resilienz in den Vordergrund gerückt. Weltweit haben Staaten enorme Mittel bereitgestellt, um die verheerenden Folgen der aktuellen Krisen abzumildern. Gleichzeitig wird es jedoch nicht ausreichen, den Status quo wiederherzustellen. Um Gesellschaften und Volkswirtschaften widerstandsfähiger gegen drohende, größere Krisen wie die sich beschleunigende Klima- und Umweltkrise zu machen, bedarf es mehr.
Europa strebt den Übergang zu einem ökologischen Wirtschaften innerhalb der natürlichen Grenzen des Planeten an. Um das zu erreichen, müssen die Länder in der Lage sein, ihren Kurs beizubehalten und ökologische und soziale Ziele unabhängig von möglichen Krisen zu erreichen.
Wirtschaftliche Resilienz ist daher zu einem wichtigen Ziel für die UNO, die OECD und die EU geworden, die alle zu widerstandsfähigeren Ökonomien aufrufen. Um eine solche wirtschaftliche Resilienz sicherzustellen, müssen politische Akteure jedoch in der Lage sein, sie zu messen. In unserem kürzlich erschienenen “Framework for economic resilience” haben wir die theoretische Grundlage dafür geschaffen.
Jetzt haben wir zum allerersten Mal einen Gesamtindikator entwickelt, der die Fähigkeit von Volkswirtschaften bewertet, sich auch in Krisenzeiten zu entfalten. Der Index umfasst eine breite Palette von Faktoren und Dimensionen, die ein ganzheitliches Bild ergeben. Insgesamt werden 27 verschiedene Indikatoren, unterteilt in sechs Dimensionen, berücksichtigt.
Mit Hilfe des Indexes haben wir die wirtschaftliche Resilienz von 25 EU-Ländern gemessen und verglichen. Die Ergebnisse verraten uns:
- Die Volkswirtschaften der EU unterscheiden sich stark in ihrer Fähigkeit, Schocks zu absorbieren, sich von ihnen zu erholen und sich an sie anzupassen
- In den skandinavischen Ländern ist die Wahrscheinlichkeit trotz Krisen zu prosperieren am größten
- Einige der größten und historisch stärksten europäischen Volkswirtschaften sind schwach vorbereitet, darunter Frankreich (Rang 11 von 25), Spanien (18) und Italien (19)
- Länder, die bereits am stärksten von Krisen betroffen sind, sind insgesamt am schwächsten auf künftige Herausforderungen vorbereitet








