Industriepolitik neu denken: Warum gute Arbeitsplätze im Zentrum stehen sollten
Deutschland befindet sich inmitten eines wirtschaftlichen «perfect storm». Aktuelle wirtschaftliche Dynamiken wie die Krise des Freihandels bringen das deutsche Exportmodell ins Wanken. Gleichzeitig verursachen die grüne und digitale Transformation sowie die damit einhergehende industrielle Modernisierung das simultane Wachsen und Schrumpfen von Branchen.
Durch diese Dynamiken verschwinden in relativ kurzer Zeit viele Arbeitsplätze und neue entstehen. Diese Veränderungen gleichen sich jedoch nicht immer aus, sondern verursachen häufig ein «Mismatch». Neue“ Arbeitsplätze befinden sich häufig in anderen Regionen und erfordern außerdem oft andere Qualifikationen als „alte“ Arbeitsplätze.
Die Strategie der scheidenden Regierung zur Abwendung dieser Risiken konzentrierte sich auf arbeitsmarktpolitische Instrumente wie die Förderung von Weiterbildungsmaßnahmen. Diese sind zwar wichtig, um die Fähigkeiten der Arbeitskräfte an die Anforderungen der neuen Arbeitsplätze anzupassen. Das funktioniert in vielen Fällen jedoch weder in ausreichendem Ausmaß, noch in einer der Dringlichkeit der Lage gerecht werdenden Geschwindigkeit.
Dieses Papier zeigt auf, warum gute Arbeitsplätze daher auch ein zentrales Kriterium bei der Gestaltung von Industriepolitik sein sollten. Es entwickelt außerdem eine geeignete Methodik, um dieses Kriterium zu operationalisieren. Dies kann politischen Entscheidungsträger:innen sowohl in der Entwicklung industriepolitischer Strategien für Regionen und Branchen als auch in der konkreten Förderentscheidung helfen.




