Trade-off or tension: Can carbon be priced without risking economic competitiveness?

ZOE Diskussionspapier Nr. 9 zu CO₂-Bepreisung und Wettbewerbsfähigkeit

Zweifelsohne müssen die industriellen Treibhausgasemissionen drastisch reduziert werden, um eine ökologische Katastrophe zu verhindern. Jedoch hängt die politische Unterstützung für Klimaschutzpolitiken weitgehend von ihrer Wirksamkeit und den erwarteten Nebenwirkungen ab. Ein potenzieller Nebeneffekt, der häufig mit umweltpolitischen Maßnahmen in Verbindung gebracht wird, ist ein Rückgang der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit. Daher ist es von entscheidender Bedeutung zu verstehen, ob ein Zielkonflikt zwischen den beiden politischen Zielen besteht: Führen Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels zwangsläufig zu Einbußen bei der Wettbewerbsfähigkeit oder kann ein geeignetes politisches Konzept die Eindämmung des Klimawandels erreichen, ohne erhebliche Verluste bei der Wettbewerbsfähigkeit zu riskieren?

Dieses Diskussionspapier gibt einen systematischen Überblick über die vorhandene Literatur – einschließlich Modellierungsstudien und ökonometrische Analysen – zum Zusammenhang zwischen der Reduzierung von Treibhausgasemissionen und Risiken für die Wettbewerbsfähigkeit. Um die Literatur zu strukturieren, entwickeln wir einen analytischen Rahmen, der es uns erlaubt, die untersuchten Arbeiten nach ihrem theoretischen und empirischen Ansatz zu gruppieren, was eine Analyse der Unterschiede zwischen den entstandenen Gruppen ermöglicht. Bei der Prüfung der Ergebnisse von 80 empirischen Studien stellen wir fest, dass der Rückgang der Wettbewerbsfähigkeit und die Verlagerung der Industrie in nicht regulierte Länder (Carbon Leakage) bisher keine relevanten Ergebnisse der bestehenden Umweltpolitik sind, weder auf Unternehmens- noch auf Länderebene. Dennoch sollten sie bei der Bewertung künftiger politischer Maßnahmen nicht vernachlässigt werden, da Modellierungsstudien kleine, aber signifikante Wettbewerbsnachteile sowie Carbon Leakage vorhersagen. Wir erörtern mögliche Gründe für diese Diskrepanz zwischen den Studienansätzen. Insgesamt deuten die empirischen Belege darauf hin, dass die Regulierung der Emissionspreise und die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit unter bestimmten Umständen miteinander in Einklang gebracht werden können, was durch einen kohärenten Policy-Mix gewährleistet werden muss, der die Eindämmung des Klimawandels ernst nimmt und gleichzeitig mögliche negative Nebenwirkungen berücksichtigt.

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30.08.2022